Rahel Scheurer

„Nothing but a hounddog“
Der Fokus der künstlerischen Arbeit von Rahel Scheurer liegt auf der Malerei. Für den oberen Stock des Portierhaus hat sich die Künstlerin entschieden, da dieser wie eine Dachkammer wirkt in der man sich zurückziehen kann und in eigene Welten abtauchen kann. Die ganze Ausstellungssituation soll eine Offenheit vermitteln, damit der Besucher/die Besucherin auch eigene Gefühlswelten und Gedanken hineinlesen kann. Die Motive der Ausstellung stammen aus ihrem persönlichen Alltagsleben. Es geht in ihrer Arbeit aber nicht um ein getreues Abbild von Wohnraum oder um eine Herunterbrechung auf die Thematik des Interieurs, sondern liess Scheurer den malerischen Prozess eine Eigendynamik entwickeln und spielte mit der Abgleitung in eine fiktive Traumwelt. Die Gemälde sind Versatzstücke, die an der Ausstellung selbst zu einem neuen Ganzen – zu einem Environment – zusammengeführt werden. Das heisst, die Gemälde stehen nicht für sich alleine, sondern sollten im Kontext ihres Umfeldes gelesen werden. Durch die Zusammenstellung, die wie eine Collage funktioniert, lassen sich neue Bezüge und auch Brüche ablesen. Es sind Schichten hinter Schichten – oder um den Titel der Gesamtausstellung aufzunehmen – «Schichtwechsel». Gegensätze werden miteinander konfrontiert, so zB. Populär- oder Alltagskultur mit Hochkultur, aber auch Wohnsituationen. Zum einen die Portierwohnung, die eine eigene Geschichte mit sich bringt und schon diverse Wohnepochen miterlebt hat, zum anderen das Motiv Interieur in den Gemälden, die von einem modernen Wohnstil in Kombination mit älteren und neuen Möbeln geprägt sind. Neben dem traditionellen Tafelbild hat die Künstlerin auch den Raum und andere Materialien oder Objekte als Malträger miteinbezogen. Einige Bilder stammen aus dem Privatfundus (zB. Das von ihr kopierte Gemälde «der Nachtmahr» von Johann Heinrich Füssli. Traum, Albtraum, Fiktion,
Realität, Gegensätze – die Übergänge sind fliessend. Die Tierbilder stammen wiederum aus modernen öffentlichen sozialen Plattformen wie Facebook oder Instagram und fliessen in den privaten Wohnraum ein. Sie werden von der Künstlerin im Internet, wie von einem Jagdhund (dem Hounddog), gejagt. Elvis Presleys „Hounddog“ symbolisiert dann aber auch den kulturellen Aufbruch in die Nachkriegszeit mit einem gesellschaftlich befreiten Lebensgefühl und einer neuen Wohnkultur, die weiter ins digitale Zeitalter führt.

www.scheur.ch

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