Stefan Tschumi

KUNSTVERMITTLUNG ALS KÜNSTLERISCHE INTERVENTION

Wenn man eine Situation der Kunstwahrnehmung näher betrachtet, dann lässt sich eine künstlerische Situation auf zwei Akteure reduzieren. Das künstlerische Objekt als Reiz im Raum, und das Subjekt als Wahrnehmer dieses Reizes. Das Objekt entzieht sich jeglicher Objektivität. Das Subjekt kann sich dazu intersubjektiv positionieren. Die Intersubjektivität kann aber nur aus sprachbasierten dialogischen Abmachungen bestehen, die subjektive Wahrnehmung der Kunst kann jedoch auch aus unkommunizierbaren Gefühlen Gedanken und Reaktionen bestehen, welche ich persönlich in dieser Arbeit als Essenziell erklären will.

Die Erscheinung eines Kunstobjektes kann zwischen zwei Personen intersubjektiv ausgehandelt werden, die eigentliche Bedeutung für das je- weilige Subjekt jedoch nicht. Sie ist komplett abhängig von der jeweiligen Biografie und der persönlichen Einstellung des Subjekts. Sie kann kommuniziert, aber nicht vollständig vom Gegenüber verstanden werden. In diesem ungewissen Teil der Subjekt-Objekt Relation liegt das grosse Potenzial der Kunst. Der Mensch kann ein Objekt wahrnehmen und mit seinem Bilderkatalog im Kopf abgleichen, aber nie vollends erfassen und begreifen. Das Objekt bleibt ein Konstrukt der künstlerischen Verstärkung von Wirklichkeiten und somit in seiner Bedeutungsvielfalt unendlich. Die Sprache als Kunstvermittlerisches Tool taugt demnach nicht mehr als zum Infotainment. Kunstvermittlung ist künstlerisch.

„The Act of Seeing. What is Art? This is Art. The Act of hearing. What is art? The Act of Telling. What is Art? The Act of perceiving.“

Eine künsterlische Dekonstruktion der Sprache in der Kunst, die den Blick auf das wesentliche in der Kunst schärfen soll. Eine Kunstvermittlerisch-Installative Intervention in die Ausstellung.

Stereogramm 1×1,5m Print matt, Audioinstallation

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